Tatsächlich war der Weg bis zur Fertigstellung lang: Neben dem Erwerb des notwendigen Grundstücks stand insbesondere die Planung eines funktional optimalen Erweiterungsbaus im Mittelpunkt. Sodann stellte sich die Frage der finanziellen Unterstützung. „An dieser Stelle verdanken wir dem Freistaat Bayern einen bedeutenden Beitrag zu den Gesamtkosten von 8,5 Millionen Euro“, so Max von Holleben weiter. Dabei sei man jedoch nicht nur dankbar für diese signifikante Förderung an sich, „sondern für das Zeichen, das damit von offizieller Seite gesetzt wurde. Diesem Vertrauen nun mit dem fertigen Neubau gerecht werden zu dürfen, darauf sind wir sehr stolz. Mit der heutigen Übergabe an den Regelbetrieb endet nicht nur die Bauphase, sondern beginnt ein neuer Abschnitt der medizinischen Notfallversorgung der Region.“
Beste Voraussetzungen für interdisziplinäre Notfallversorgung
Hierfür bietet die neue Notaufnahme räumliche und funktionale Strukturen, die ihresgleichen suchen: Ein eigener Triagebereich, zahlreiche Behandlungsräume, ein hochmoderner Schockraum sowie alle Möglichkeiten der direkten Überwachung von Patientinnen und Patienten innerhalb der Notaufnahme sorgen für kurze Wege und klare Abläufe. Ein hochmodernes Isolations- und Schleusenkonzept ermöglicht die Versorgung nach neuesten medizinischen Standards und die Trennung verschiedener Patientengruppen. Dabei sind die Patientenströme von gehenden Patientinnen und Patienten klar getrennt von denen, die liegend oder mit dem Rettungsdienst eingeliefert werden. Sichergestellt wird jedoch immer eine geschützte, freundliche und moderne Atmosphäre und Behandlung aller. Damit erfüllt die neue Notfallaufnahme nicht nur die Kriterien einer Basisnotfallversorgung, sondern auch einer erweiterten Notfallversorgung der Stufe 2.
Ein zentraler Erfolgsfaktor hierfür ist neben der baulichen Qualität die fachliche Führung durch hochqualifiziertes Personal. „Unsere Notaufnahme wird seit jeher interdisziplinär betrieben und arbeitet eng mit allen relevanten Fachabteilungen des Krankenhauses zusammen“, so Stefanie Thielmann, pflegerische Leiterin der Zentralen Notaufnahme. „Gleichsam haben wir alle für die Notfallversorgung relevanten Fachabteilungen direkt vor Ort.“ Besonders hervorzuheben sei dabei die Neurologie für die Versorgung von Schlaganfällen. „Hier verfügen wir in der Region zweifelsohne über die größte Expertise. Aber auch in allen anderen Bereichen steht eine hochqualitative Versorgung 24 Stunden am Tag, an 365 Tagen im Jahr, zur Verfügung. Dadurch können zeitkritische Behandlungsprozesse zuverlässig eingehalten werden“, führt der Leitende Arzt Dr. Tilo Schluppeck weiter aus. „Davon durften sich am Mittwoch bei einem kleinen Preview auch bereits den niedergelassenen Kollegen überzeugen.“
Moderne Tools unterstützen fachliche Qualität
Zusätzlich gestärkt wird die hohe fachliche Qualität durch regelmäßige Trainings im eigenen Simulationszentrum, einem der modernsten in Bayern. Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte sowie der Rettungsdienst trainieren dort gemeinsam realitätsnahe Notfallszenarien. Auch digital ist die neue Notaufnahme zukunftsfähig aufgestellt: Patientendaten aus dem Rettungswagen können bereits während des Transports in Echtzeit übertragen werden. Ergänzend kommen moderne Systeme wie Patienten-Tracking, Point-of-Care-Diagnostik und ein zentrales Monitoring zum Einsatz. Ein strukturiertes Wartezeitenmanagement und transparente Kommunikation verbessern zusätzlich die Orientierung für Patientinnen und Patienten.
Beste Versorgung für Schwerstkranke und Verletzte
Für Schwerstkranke oder verletzte Menschen steht zudem ein Hubschrauberlandeplatz direkt am Krankenhaus zur Verfügung, um eine schnelle luftgebundene Rettung zu ermöglichen. Nahtlos ergänzt schließlich wird das Versorgungskonzept durch die neue hochmoderne Intensivstation und Intermediate-Care-Einheit, auf der Patientinnen und Patienten mit schweren Erkrankungen unmittelbar weiterbehandelt werden können. Diese wurde im Zuge des Neubaus auf 12 Behandlungsplätze erweitert. Die Intensivbehandlung findet ausschließlich in Einzelzimmern statt, deren heilungsfördernde Architektur den Patienten in den Mittelpunkt stellt.
Feierliche Eröffnung im Kreise hochrangiger Gästen
„Mit der neuen Notaufnahme und Intensivstation verfügt das Krankenhaus über eine Infrastruktur, die medizinische Exzellenz, moderne Technik und digitale Unterstützung vereint – ein wichtiger Schritt für eine leistungsfähige und zukunftssichere Gesundheitsversorgung in der Region“, so BKT-Geschäftsführer Julian Schwaller. Er freut sich, den Neubau im Zuge eines feierlichen Festaktes mit Segnung im Kreise ca. 50 geladener Gäste – darunter Landrat Stefan Frey, Bürgermeister Ludwig Horn und der Ärztliche Leiter Rettungsdienst Dr. Michael Daunderer, endlich der Öffentlichkeit übergeben zu dürfen und sprach allen Beteiligten seinen herzlichen Dank aus. Zahlreiche Baufirmen, Architekten, Handwerksbetriebe und Planungsbüros hatten den Bau erst möglich gemacht.
Und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? „Mit denen feiern wir jetzt gleich im Anschluss alle zusammen – so wie es sich nach so langer Bauzeit gehört!“, verraten die Geschäftsführer abschließend.
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