Sarah Waitz 

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Allgemeinanästhesie

Im Volksmund auch als Vollnarkose bekannt, hebt die Allgemeinanästhesie das Bewusstsein, das Schmerzempfinden und falls nötig auch die Muskelspannung des Patienten vollständig auf und versetzt den Patienten somit in einen schlafähnlichen Zustand. Für viele chirurgische Eingriffe ist eine Narkose erforderlich, daher ist diese in unserem Haus das am häufigsten durchgeführte Verfahren. 

Unterteilt wird die Allgemeinanästhesie dabei grob in drei Phasen, die wir im Folgenden kurz erläutern wollen:

1. OP-Vorbereitung und Einleitung der NarkoseSchon auf der Station bekommen Sie ggf. ein vorbereitendes Medikament, welches Ihnen die Anspannung nehmen soll (Prämedikation). Die Medikamente können beruhigend, aber auch bereits schmerzlindernd wirken und hemmen mitunter die Magensäureproduktion. Sie führen auch bereits zu einer leichten Müdigkeit und helfen Ihnen zu einer angenehmen Gelassenheit zu finden. Nachdem Sie durch unser Pflegepersonal in ihrem Bett in den OP-Bereich gebracht wurden, werden Sie von unserem Anästhesie-Team bereits in Empfang genommen und in den Narkosevorbereitungsraum begleitet. 

Dort werden wir zunächst noch einmal Ihre Identität überprüfen und Ihnen erneut einige Fragen u.a. zur letzten Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme (siehe auch „Checkliste zur OP-Vorbereitung“), zu bekannten Allergien und zu Ihren Medikamenten stellen. Dies ist Teil einer weltweit praktizierten „OP-Checkliste“ und dient Ihrer Sicherheit.

Abschluss aller Vorbereitungen (Anlage eines EKGs, eines Clips zur Messung Ihres Sauerstoffgehaltes im Blut und eines Infusionszugangs in die Vene) halten wir Ihnen eine Sauerstoffmaske vor Mund und Nase und bitten Sie ruhige und gleichmäßige, tiefe Atemzüge zu machen, um den Sauerstoffanteil im Blut anzuheben. Dies ist keinesfalls unangenehm und dient ausschließlich Ihrer Sicherheit. Der eigentliche Beginn der Narkose erfolgt nun durch die Medikamentengabe in die Vene über die liegende Kanüle, die wir Ihnen im Rahmen der Vorbereitungen gelegt haben. In der Regel wird der Beginn einer Narkose als angenehmes Kribbeln (z.B. im Kopf) wahrgenommen. Bei sehr feinen Venen können die nun verabreichten Medikamente auch mal ein leichtes Wärmegefühl, drücken oder ziehen verursachen. Dieses Gefühl vergeht jedoch rasch und innerhalb weniger Sekunden werden Sie sehr angenehm einschlafen.

Für bestimmte oder langandauernde Operationen wird nun Ihr Atemweg mittels eines Beatmungsschlauches (Endotrachealtubus) gesichert und Sie werden anschließend an ein modernes Beatmungsgerät angeschlossen. Der Beatmungsschlauch schützt ihre Lungen u.a. vor Speichel oder Magensekreten. Für einige Operationen (meist kürzere und kleinere Eingriffe) besteht auch die Möglichkeit der Anwendung einer Kehlkopfmaske (sog. Larynxmaske), bei der die Stimmbänder nicht passiert werden müssen. Hierdurch können Irritationen an den Stimmbändern auf ein Minimum reduziert werden.
Ihre Narkoseärztin bzw. Ihr Narkosearzt nimmt nun alle wichtigen Einstellungen wie Beatmungsdruck, Beatmungsfrequenz, Atemgaszusammensetzung und Narkosegaskonzentration vor. Ist eine größere Operation vorgesehen wird unser Anästhesieteam nun noch ein erweitertes Monitoring zur Überwachung Ihrer Herzkreislaufparameter etablieren. Bei kleineren Operationen geht es direkt nach der Narkoseeinleitung in den Operationssaal.

2. Die Narkoseaufrechterhaltung

Während der gesamten Operation und darüber hinaus ist Ihre Narkoseärztin oder Ihr Narkosearzt unmittelbar bei Ihnen. Zu jedem Zeitpunkt werden Ihre Beatmungsparameter von uns kontrolliert und überwacht und wichtige Kreislauffunktionen wie Herzfrequenz,Blutdruck, Atemgaszusammensetzung und Sauerstoffsättigung im Blut überwacht. Die Narkose wird kontinuierlich aufrechterhalten. Die Narkosetiefe wird dabei immer individuell an die jeweilige Operationssituation und Kreislaufsituation des Patienten angepasst. Es stehen prinzipiell zwei grundlegende Verfahren zur Narkoseaufrechterhaltung zur Verfügung.

Im Krankenhaus Tutzing bieten wir sowohl die „totalintravenöse Anästhesie (TIVA)“ als auch eine „Inhalationsanästhetika-basierte Narkoseführung“ an. Beide Verfahren werden wir Ihnen vor der Operation erläutern. Selbstverständlich können Sie im Vorfeld eigene Wünsche bezüglich der einzelnen Verfahren im Anästhesie-Aufklärungsgespräch besprechen. Sollten sich Ihre Kreislaufparameter außerhalb des tolerablen Bereiches befinden, so ist es unsere Aufgabe umgehend mit kreislaufwirksamen Medikamenten gegensteuern. Sollten Sie während der Operation aus dringenden Gründen Blutprodukte benötigen, so ist auch die Transfusion von Blutprodukten die Aufgabe der Anästhesie. 

3. Die Narkoseausleitung

Gegen Ende der Operation verringern wir schrittweise die Gabe von narkoseaufrechterhaltenden Medikamenten und stellen sie nach Beendigung der Operation schließlich ganz ein. Durch eine genaue Kenntnis der Wirkweise der verschiedenen Medikamente ist es möglich, die Narkose minutengenauzu beenden. 

Wenn Ihre Atmung wieder ausreichend kräftig ist, wird der Beatmungsschlauch von uns entfernt - ein Vorgang, an den Sie sich in aller Regel nicht erinnern werden. Im Aufwachraum werden Sie noch für einige Zeit von unserem erfahrenen Anästhesie-Team betreut. Erst wenn wir uns wirklich sicher sind, dass keine Komplikationen mehr auftreten können, Sie kreislaufstabil und schmerzarm bzw. schmerzfrei sind kommen Sie wieder auf die Normalstation. 

Akutschmerzdienst/ Pain Nurses

Auch nach ihrer Operation besucht und betreut Sie in den folgenden Tagen unser Akutschmerzdienst bestehend aus speziell ausgebildeten Pflegekräften, sog. „Pain Nurses“ und unserem Ärzteteam der Anästhesie. Hierbei wird zusammen mit Ihnen und Ihren StationsärztINNen, sowie Ihren Operateuren das weitere Behandlungskonzept besprochen. Dies geschieht getreu unserem Leitsatz:

„Schmerz gezielt begegnen. Gemeinsam.“

Re-Zertifizierung als „schmerzfreie Klinik“

Das Benedictus Krankenhaus Tutzing hat im August 2025 die Re-Zertifizierung nach den Kriterien des TÜV Rheinland zum Standard „Qualitätsmanagement Schmerztherapie“ erfolgreich bestanden. Damit bestätigt das Krankenhaus erneut seine hohe Qualität in der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit akuten Schmerzen. Unser Ziel ist es, die Patienten frühzeitig und effektiv zu behandeln und sie somit rasch in einen schmerzarmen Zustand zu bringen - im Idealfall bis zur Schmerzfreiheit. 

Weiterführende Informationen

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