Gastroduodenale Ulcuserkrankung (Magen und Zwölffingerdarmgeschwüre)

Magengeschwüre werden interdisziplinär in den Abteilungen für Viszeralchirurgie und Abteilung für Innere Medizin behandelt.

Krankheitsbild

Ein Zwölffingerdarm- oder Magengeschwür (Ulcus duoeni oder ventriculi) stellt ein umschriebener Substanzdefekt der Magenschleimhaut und Magenwand dar. Die häufigsten Ursachen stellen genetische Faktoren, höheres Alters, Schmerzmedikation mit NSAR (z. Bsp. ASS, Diclofenac) dar. Desweiteren Besiedelung des Magens mit einem Bakterium, das sich Helicobacter pylori nennt. Die Symptome bei Zwölffingerdarm- und Magengeschwüre können von keinerlei Beschwerden über rezidivierende Schmerzen in der Magengrube, Inappetenz und Übelkeit bis zu Erbrechen evtl. mit Blut oder auch der Nachweis von schwarzem Stuhl (Teerstuhl) sein. Bei der Abklärung der o. g. Beschwerden mittels klinischer Untersuchung, Labordiagnostik, Röntgenuntersuchung, Sonographie lässt sich ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür mittels der Magenspiegelung diagnostizieren. Hierbei werden Gewebsproben entnommen, um sowohl eine Tumorerkrankung als auch eine chronische Entzündung des Magens evtl. unter Besiedelung mit dem genannten Helicobacter pylori ausschließen. Die häufigsten Komplikationen von Magen- und Darmgeschwüren sind 1. Blutungen (so genannte Zwölffingerdarm- und Magenblutungen) 2. Perforation (Loch im Magen oder Darm) 3. Penetration des entzündlichen Geschwüres in Nachbarorgane.

Diagnose und Behandlungsmethoden im Benedictus Krankenhaus Tutzing

Das einfache Zwölffingerdarm- oder Magengeschwür wird mittels medikamentöser Therapie mit magensäurehemmenden Medikamenten sowie bei Nachweis einer Besiedelung des Magens mit dem Bakterium Helicobacter pylori mit einer Antibiotikagabe über 7 Tage therapiert. Bei Magengeschwüren ist eine Kontrollgastroskopie zum Nachweis eines Ausheilen des Geschwüres notwendig. Therapie der Komplikationen von Zwölffingerdarm- und Magengeschwüren:

1. Mittels einer Magenspiegelung und hierüber eingeführter Instrumente kann mittels einer so genannten Unterspritzung, kleiner Metallklammern sowie durch Verödung in der Regel heute eine Stillung einer Zwölffingerdarm- oder Magenblutung erfolgen. Nur noch in Ausnahmefällen ist eine operative Blutstillung notwendig.

2. Perforation (Loch im Zwölffingerdarm oder Magen). Hier ist weiterhin eine unverzügliche operative Therapie zum Verschluss des Loches notwendig. 3. Penetration (fortschreitende Entzündung in Nachbarorgane). Diese Komplikation ist häufig bei größeren Geschwüren, meistens ist mittels eingeschränkter Nahrungsaufnahme, Infusionstherapie, Magensäuresekretionshemmung ein Ausheilen solcher komplizierter entzündlicher Geschwüre möglich. Bei Abszessbildung (von Nachbarorganen) ist eine operative Sanierung des entzündlichen Herdes notwendig.