Schlaganfall

Patienten mit akutem Schlaganfall werden am Benedictus Krankenhaus Tutzing von einem speziell geschulten Team aus Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten betreut.

Hintergrund

In Bayern kommt es pro Jahr zu fast 30.000 Schlaganfällen. Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und die häufigste Ursache für eine lebenslange körperliche Behinderung bei älteren Menschen. Bei der Behandlung des Schlaganfalls zählt jede Minute. Je früher ein betroffener Patient in die Klinik kommt, umso besser sind die Aussichten auf eine Genesung. In den letzten Jahren konnte durch Studien nachgewiesen werden, dass durch die Akutbehandlung von Schlaganfallpatienten in spezialisierten Schlaganfallstationen die Sterblichkeit und Behinderung tatsächlich gesenkt werden kann. Voraussetzung für eine wirkungsvolle Therapie ist, dass die Zeichen eines Schlaganfalls, z.B. Schwäche einer Körperseite, von den Betroffenen oder Angehörigen sofort erkannt werden und dann über den Rettungsdienst unmittelbar eine Klinikaufnahme erfolgt. Die besondere Herausforderung liegt im engen Zeitfenster für Diagnostik und Akuttherapie, in dem jede Minute zählt und die rasches Handeln erforderlich macht. Beispielsweise beträgt für die Lysetherapie das Zeitfenster maximal 4,5 Stunden nach Auftreten der ersten Anzeichen des Schlaganfalls. Daher ist es enorm wichtig, dass der Patient zeitnah in kompetente Hände gelangt.

Krankheitsbild

Als Schlaganfall oder Hirnschlag wird eine jäh eintretende Unter­versorgung des Gehirns mit Sauerstoff sowie anderen wichtigen Nährstoffen bezeichnet. Empfindliche Nervenzellen im Gehirn sterben ab, typische Folgen sind Seh-, Sprach- und Schluckstörungen sowie Lähmungserscheinungen bis hin zum völligen Herz-Kreislaufversagen. Ursache für einen Schlaganfall sind Hirngefäßverschlüsse (infolge von Arteriosklerosen/Embolien) sowie Hirnblutungen. Begleitsymptome können Kopfschmerzen, Übelkeit sowie Schwindel- und Taubheitsgefühle sein.

Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten am Benedictus Krankenhaus Tutzing

Die Diagnose des Schlaganfalls erfolgt auf Basis der Anamnese, körperlichen Untersuchung und CT-Diagnostik. Wichtig bei einem Schlaganfall ist die schnelle Versorgung, denn nur durch eine schnelle Behandlung lassen sich die Folgeschäden fürs Gehirn begrenzen. Bei Hirnblutung hängt die Therapie von Ort und Umfang der Blutung ab. Größere Blutungen werden operativ entfernt, bei kleineren genügen häufig Stillstellung und intensivmedizinische Überwachung. Bei Hirngefäßverschluss gilt es, jeweils medikamentös, das Blutgerinnsel aufzulösen (Lysetherapie) sowie einer erneuten Blutgerinnung entgegenzuwirken. Die besten Erfolgsaussichten bestehen, wenn die Gerinnsel in den ersten drei Stunden nach dem Schlaganfall behandelt werden.  An die akutmedizinische Versorgung sollte die Rehabilitation rasch und nahtlos anschließen, möglichst noch auf Station. Denn je rascher die neuro-muskulären Funktionen wieder eingeübt werden, umso besser sind die Chancen auf vollständige Genesung. Hierfür bestehen mit der Neurologischen Rehabilitation im Benedictus Krankenhaus Feldafing, unserer Partnerklinik im 5km entfernten Feldafing, ideale Bedingungen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Im Benedictus-Krankenhaus Tutzing werden Patienten mit einem akuten Schlaganfall von einem „Schlaganfallteam“ aus speziell geschulten Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten betreut. Der Neurologischen Abteilung steht hierzu eine modern ausgestattete Schlaganfalleinheit zur Verfügung, wo die Patienten vor allem in den ersten Tagen nach Beginn des Schlaganfalls überwacht werden können. Auf dieser Überwachungseinheit wird bei bestimmten Patienten auch eine Thrombolyse in der Akutphase des Schlaganfalls durchgeführt. Dabei wird das Blutgerinnsel, welches Hirnschlagadern verstopft und so zum Schlaganfall geführt hat, durch in den Blutkreislauf verabreichte Medikamente aufgelöst. Zur optimalen Diagnostik und Therapie erfolgt hierbei eine enge Zusammenarbeit mit dem Gefäßzentrum am Benedictus Krankenhaus Tutzing. Bei neurochirurgischen Fragestellungen erfolgt eine Kooperation mit der Klinik für Neurochirurgie des Klinikums rechts der Isar.

Weiterversorgung

Die Behandlung von Schlaganfallpatienten ist in der Regel mit der Akutbehandlung nicht abgeschlossen. Bereits im Rahmen der Akutbehandlung müssen frührehabilitative Behandlungsmaßnahmen ergriffen und die Behandlung anschließend nahtlos in der Rehabilitation fortgesetzt werden, um den Eintritt von Pflegebedürftigkeit zu verhindern oder zumindest den Schweregrad bleibender Behinderungen zu minimieren. Hierzu steht auf der Schlaganfallstation ein erfahrenes Team aus Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden zur Verfügung. Eine Besonderheit unserer Klinik ist, dass unmittelbar nach Abschluss der Akutbehandlung auf der Schlaganfallstation eine rasche Weiterverlegung in die Abteilung für neurologische Früh- und weiterführende Rehabilitation des Benedictus Krankenhaus Feldafing erfolgen kann. Diese Abteilung wird ebenfalls von Prof. Sander geleitet. Die Patienten werden dort von den Therapeuten weiterbehandelt, die bereits auf der Schlaganfallstation die Therapie durchgeführt haben. Damit ist eine optimale Rehabilitation und eine Geschlossenheit der Therapiekette gewährleistet