Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ. Sie ist normalerweise etwa 18-25g schwer und liegt unterhalb des Kehlkopfes vor der Luftröhre. In ihr werden die Schilddrüsenhormone produziert. Diese sind für die meisten Stoffwechselvorgänge im Körper wichtig, z.B. für die Gehirnaktivität, die Herzaktivität oder auch für den Kohlehydratstoffwechsel oder den Fett- und Eiweißstoffwechsel. Auch die Darmtätigkeit wird beeinflusst.

Die Untersuchung der Schilddrüse

Das Befragen nach dem Krankheitsverlauf (Anamnese) und das Abtasten der Schilddrüse (Palpation) gehört ebenso dazu wie die Blutwerte der Schilddrüsenhormone (T3, T4, TSH).  Ergänzt wird die Untersuchung mit dem Ultraschall und evtl. noch mit einer Szintigraphie. Möglicherweise ist auch eine Antikörperbestimmung im Blut sinnvoll. Vor und nach einer Operation sollte die Funktionsfähigkeit der Stimmbänder von einem HNO-Arzt überprüft werden.

Was führt den Schilddrüsenpatienten zum Chirurgen?

Der häufigste Grund warum operiert werden muss sind Knoten in der Schilddrüse. Es gibt kalte und heisse Knoten. Die heissen Knoten nehmen am Stoffwechsel teil und produzieren zuviel Schilddrüsenhormon. Häufig entsteht eine Überfunktion, die behandelt werden muss. Die Therapie erfolgt dann oft mit Tabletten, nur selten muss operiert werden. Die kalten Knoten sind der häufigste Grund für eine Operation, weil sich hinter 4-5% der kalten Knoten ein Krebs verbergen kann. Ein weiterer Grund für eine Operation kann eine mechanische Beeinträchtigung sein, z.B. eine sehr große Schilddrüse, die die Luftröhre verdrängt oder ein ständiges Fremdkörpergefühl im Hals wegen eines drückenden Knotens. Auch ein Morbus Basedow kann ein Grund für eine Operation sein.

Wie wird operiert ?

Wir operieren entsprechend den aktuellen Empfehlungen der Deutschen Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft für Endokrinologie, deren Mitglied wir sind. Grundsätzlich gilt: sollte eine Operation nötig sein, wird morphologie- und funktionsgerecht reseziert, d.h. es wird so viel gesundes Gewebe wie möglich belassen. Die Operation selbst findet immer mit dem kleinstmöglichen Schnitt statt. Hier kommt uns unsere außergewöhnlich große Erfahrung in der minimalinvasiven Chirurgie ebenso zugute wie die ultramoderne Ausstattung im OP mit den neuesten, kleinsten Instrumenten. Schnitte von nur 2,5cm bis 3cm Länge sind keine Seltenheit. Wir operieren unter Neuromonitoring, also unter Darstellung des Stimmbandnerven. Hierzu steht uns das modernste technische Gerät zur Verfügung. Ist die OP vorbei, wird die Haut unsichtbar mit einem dünnen Faden genäht, der sich selbst auflöst.

Schilddrüsenkrebs

Es gibt vier verschiedene Arten von Schilddrüsenkrebs: -    Anaplastisches Karzinom (äußerst selten) -    Medulläres Karzinom (selten, entsteht aus den Calcitonin bildenden Zellen, ggf. erblich) -    Papilläres Karzinom (häufig, langsam wachsend, sehr gute Heilungschancen) -    Follikuläres Karzinom (häufig, langsam wachsend, sehr gute Heilungschancen) In der Regel wird bei Schilddrüsenkrebs die gesamte Schilddrüse entfernt. Ist der Krebs jedoch klein, kann es –je nach Krebsart- auch ausreichend sein, nur den Krebsknoten selbst zu entfernen. Wurde die Schilddrüse ganz entfernt, folgt nach etwa 4-6 Wochen häufig noch eine“ innere Bestrahlung“ mittels Radiojodtherapie.

Medikamente nach der Operation

Sollte es nach der Operation notwendig geworden sein, zusätzlich Schilddrüsenhormone einzunehmen, z.B. weil die Schilddrüse fast ganz entfernt werden musste, sind folgende Punkte wichtig: -    Tablette 20 min vor dem Frühstück einnehmen, am besten gleich nach dem Aufstehen -    Mit einem Schluck Wasser (keine Milch)