Nierensteine

Krankheitsbild

Nierensteine sind kristalline Ablagerungen von Harnstoffen in einer oder beiden Nieren. Ihre Größe reicht von wenigen mm bis ca. 3 cm. Sie entstehen bei Flüssigkeitsmangel, wenn das Gleichgewicht zwischen steinbildenden und -hemmenden Stoffen im Harn gestört ist. Am häufigsten treten Kalziumoxalat- (65%), Urat- (15%) sowie Phosphatsteine (Struvit, Kalziumphosphat) auf, sehr selten Cystin- oder Xanthinsteine. Zudem gibt es Mischformen. Mögliche Ursachen sind: Übersäuerung (Urate) oder Alkalisierung (Struvite) des Harns sowie Stoffwechselstörungen (Oxalate). Symptome sind: Blut im Urin, Übelkeit, Krampf- und Schmerzattacken sowie Fieber und Schüttelfrost bei drohender Sepsis.

Diagnose und Behandlungsmethoden im Benedictus Krankenhaus Tutzing

Solange sie sich nicht bewegen, bleiben Nierensteine unauffällig. Sicher identifizieren lassen sie sich durch Röntgen (mit Kontrastmittel), CT, Ultraschall oder MRT, kombiniert mit Blut-/Urinuntersuchungen. Erste Maßnahme bei Koliken ist die Gabe von krampf-und schmerzlindernden Mitteln, ggf. intravenös. Wird der Stein nicht ausgeschieden, drohen weitere Abgänge oder wachsen die Steine sehr schnell, ist eine Zusatzbehandlung nötig. Uratsteine lassen sich ggf. medikamentös auflösen mit Alkalizitraten. Kleinere Oxalat- Phosphat- und Xanthin-Steine lassen sich extrakorporal mit Stoßwellen zertrümmern, unter Gabe von Sedativen. Bei größeren bzw. verdeckten Steinen sowie Cystinen ist ein endoskopischer Eingriff angezeigt – über die Harnwege oder durch die Haut in die Niere. Der Stein wird dann mit Zange, Laser oder Ultraschall entfernt. Um Rezidiven vorzubeugen, empfiehlt sich verstärkte Wasseraufnahme; ebenso eine eiweiß-, fett-,salz-,zucker-, ggf. kalzium- bzw. oxalsäurearme Ernährung, verbunden mit viel Bewegung.