Kniegelenk, Künstlicher Kniegelenkersatz PSI Individuallösung

Mehr als 200.000 neue Kniegelenke werden in Deutschland jährlich eingesetzt. Entsprechend große Fortschritte sind auch im Bereich der endoprothetischen Wissenschaft und Forschung zu verzeichnen. Als eine der ersten Kliniken in Bayern hat nun das Benedictus Krankenhaus Tutzing mit Dr. med. Martin Huber-Stentrup mit Hilfe eines hochauflösenden Kernspintomographen eine sogenannte patientenorientierte Maßanfertigung (PSI) für den künstlichen Kniegelenkersatz etabliert.

Weil kein Knie dem anderen gleicht

Ein großer Fortschritt war bereits vor einigen Jahren die Einführung der speziellen Frauenknieprothese, einem speziell auf die Anatomie der Frau abgestimmten Kniegelenk. Nun ist mit Hilfe einer neuen Methode eine Kunstgelenkversorgung buchstäblich „nach Maß“ möglich. Hierfür steht auch die Abkürzung PSI: „Patienten Spezifisches Instrumentarium“. Mit Hilfe von passgenauen 3D-Modellen ist die ideale Ausrichtung und individuelle Anpassung der Knieprothese möglich.

Viele Faktoren beeinflussen die individuelle Beanspruchung eines Kniegelenks. Dazu gehören beispielsweise der Aktivitätsgrad, genetische Voraussetzungen oder auch Krankheiten und Unfälle. Zudem werden die Menschen heutzutage immer älter, kein Knie gleiche letztlich dem Anderen. Untersuchungen zeigen darüber hinaus, dass unterschiedliche Formen des Knochens Einfluss darauf haben, wie gut ein künstliches Kniegelenk "sitzt".

Entsprechend groß ist der Wunsch der Patienten nach individuellen Lösungen. Denn klar ist auch: Wer sich einmal einer Operation unterzieht, der möchte natürlich auch so beschwerdefrei wie möglich aus dieser herausgehen und nicht mit einer Behelfslösung leben.
Um den Gelenkersatz noch einfacher, effizienter und individueller zu gestalten, kommt am Benedictus Krankenhaus in Tutzing eine Kombination aus modernster Computertechnologie und traditionellen Prinzipien zum Einsatz. Mit Hilfe der neuen Computertechnologie kann man schon lange vor der Operation die Größe, Form und Sitz des Kunstgelenkes planen. Die Anatomie des patienteneigenen Knies wird genau berücksichtigt und das passende Implantat optimal ausgewählt.

3D-Modelle des Patientenkniegelenkes

Ein hochauflösender Kernspintomograph ermöglicht es über eine spezielle Softwareplanung virtuelle 3D-Modelle herzustellen, die so individuell sind wie das zugrunde liegende Patientenknie. Dabei entspricht die Schablone der Oberfläche des ursprünglichen Knies zu 100%, passt also wie angegossen; während der Operation dient sie dann der Ausrichtung der erforderlichen Knochenschnitte für die ideale Platzierung des Kunstgelenkes. Die 3D-Ansicht erlaubt sowohl vor als auch während der Operation die Betrachtung der geplanten Schnittebenen und das virtuelle Anpassen des Kunstgelenkes an den vorbereiteten Knochen. Eine um 360° rotierbare Zoomfunktion ermöglicht am Computer die Einsicht in die tatsächliche Patientenanatomie aus jeder beliebigen Perspektive. Kurz gesagt: Beim Kunstgelenk selbst handelt es sich um ein vielfach bewährtes, modernes, hochwertiges Modell mit Standzeiten von 15 -20 Jahren – die Technologie mit deren Hilfe diese jedoch in den Knochen eingebracht wird, ermöglicht eine zu 100% exakt auf das Patientenknie abgestimmte Platzierung.