Kniegelenk, Künstlicher halber Kniegelenkersatz PSI Individuallösung

Jährlich erhalten fast 200.000 Menschen allein in Deutschland ein künstliches Kniegelenk – eine Zahl die jährlich steigt. Gleichzeitig steigen die Ansprüche von Patienten an das „Ersatzteil“, denn die Menschen werden heute nicht nur immer älter, sie sind auch länger aktiv und wollen sich nicht in ihrer Mobilität einschränken lassen. Seit der Implantation des ersten einfachen Scharniergelenkes aus Elfenbein im Jahr 1890 durch den Berliner Chirurgen Themistocles Gluck hat sich im Bereich der Knieendoprothetik viel getan. „Heute sorgen innovative Designs, ausgeweitete Herstellungstechniken und moderne Werkstoffe für eine immer bessere Beweglichkeit und eine lange Lebensdauer der künstlichen Gelenke.

Gelenkknorpel sichtbar machen - Die richtige Passform für nahezu jedes Knie

Als eine der ersten Kliniken in Bayern hat das Benedictus Krankenhaus Tutzing mit Hilfe eines hochauflösenden Kernspintomografen eine sogenannte „patientenorientierte Maßanfertigung“ (PSI) für den künstlichen Gelenkersatz etabliert. So können die Tutzinger Gelenkspezialisten die individuelle Patientenanatomie noch stärker beim Kniegelenkersatz berücksichtigen und wenden diese Methode nun schon seit über einem Jahr erfolgreich an. Als neueste Weiterentwicklung können die Orthopäden in Tutzing den Knorpel nun schon vor der Operation in der Computerplanung sichtbar machen.

Mit dieser sog. Knorpellandkarte wird die Knorpeldicke anhand einer Kernspintomografie des Kniegelenkes auf den Oberflächen von Oberschenkelknochen und Unterschenkelknochen im Kniegelenk bestimmt und farbig dargestellt. Diese Landkarte des Gelenkes erlaubt eine noch individuellere Planung und Versorgung unserer Patienten. Ist nur ein Teil des Gelenkes, d.h. z.B. nur der innere oder äußere Gelenkanteil verschlissen, kann eine sog. einseitige Schlittenprothese eingesetzt werden. Einige Zeit vor der Operation lassen die Gelenkspezialisten in Tutzing eine  Magnetresonanzuntersuchung (Kernspin) des Hüft-, Knie- und Sprunggelenkes durchführen. Mit Hilfe der 3D-Aufnahmen und der speziell für diesen Zweck entwickelten Software erstellen die Orthopäden einen detaillierten Plan für die Operation. Hierzu gehört neben der farbigen Darstellung der Knorpelsituation auch eine maßstabsgetreue Darstellung der Knochen, die genau zeigt, wie das neue Kniegelenk positioniert werden muss.

Im Juni 2013 haben die Tutzinger Gelenkspezialisten auch die erste Schlittenprothese über patientenspezifisches Instrumentarium nach entsprechendem „Knorpelmapping“ erfolgreich implantiert. Diese Lösungen bieten eine stadiengerechte Versorgung für Patienten mit nur auf ein Kompartiment begrenztem Knorpelschaden. Betroffene Patienten sind meist jünger als der durchschnittliche Arthrosepatient und haben oft noch höhere Ansprüche an das funktionelle Ergebnis ihrer Gelenkversorgung. Die in Tutzing zur Anwendung kommende Teilknieprothese erlaubt über ein spezielles Design eine hohe Beugefähigkeit. Man bezeichnet dies auch als High Flexion (engl. für tiefe Beugung). Die tiefe Kniebeugung ist bei bestimmten Aktivitäten besonders wichtig, wie zum Beispiel der Gartenarbeit. Hierbei muss man häufig in die Knie gehen. Unsere moderne Teilknieprothese garantiert die tiefe Kniebeugung zwar nicht, ermöglicht jedoch den Patienten, die diesen Beugegrad grundsätzlich erreichen können, eine Beugung von bis zu 155°

. Mit der Knorpellandkarte sind die Tutzinger Gelenkspezialisten nun in der Lage, eine noch exaktere, visuelle Planung von Größe, Form und Sitz des Knieimplantates durchzuführen und diese auf das Patientengelenk zu übertragen. So wird nicht nur die Anatomie genau berücksichtigt, sondern auch der Arthrosegrad, d.h. der Knorpelverschleiß und das passende Implantat kann optimal ausgewählt werden. Weichteilschonende Operationstechniken können angewendet und die Operationszeit in der Regel verkürzt werden. Die möglicherweise nicht so exakte Ausrichtung des Kunstgelenkes während der Operation mit konventionellen Instrumenten und dem erfahrenen chirurgischen Augenmaß bzw. die vergleichsweise aufwendige Navigation kann so umgangen werden.