Magen, Karzinom

Krankheitsbild

Während weltweit das Magenkarzinom die zweithäufigste Tumorerkrankung des Erwachsenen darstellt, gehört es in Deutschland mit einem Anteil von 5% zu den eher seltenen Tumoren. Es macht lange Zeit keine oder nur unspezifische Beschwerden und wird häufig zufällig im Rahmen einer Magenspiegelung entdeckt. Sieht man bei einer Magenspiegelung einen verdächtigen Bezirk, werden daraus mehrere Gewebeproben entnommen. Anschließend beurteilt der Pathologe die Proben unter dem Mikroskop, ob eine bösartige Erkrankung vorliegt. Handelt es sich um ein Magenkarzinom, also Magenkrebs, können in der Regel zwei verschiedene Typen nach Laurén unterschieden werden: der intestinale und der diffuse Typ. Der intestinale Typ zeigt eher pilzförmiges, örtliches Wachstum, der diffuse Typ ist etwas aggressiver und wächst eher flächig in der Magenwand. Daher muss man bei der Entfernung eines Magenkarzinoms vom diffusen Typ einen größeren Sicherheitsabstand einhalten und meist den gesamten Magen entfernen. Außer in einem ganz frühen Stadium lässt sich Magenkrebs nur durch eine Operation heilen. Dazu muss der Tumor zusammen mit den zugehörigen Lymphknoten (D1 und D2 Lymphknotendissektion) mit ausreichendem Sicherheitsabstand entfernt werden. Im Gegensatz zu früher, wo immer der gesamte Magen zusammen mit der Milz entfernt wurde, kann man heutzutage in den meisten Fällen ein Stück Magen erhalten und die Milz wird in der Regel belassen. Sitzt das Karzinom am Übergang von Speiseröhre und Magen (AEG), wird die untere Speiseröhre und der obere Magenteil entfernt und durch ein Stück Dünndarm ersetzt. Dadurch kann der untere Magen erhalten werden (Operation nach Merendino). Wichtig vor einer Operation ist die genaue Diagnostik mittels Ultraschall, Röntgen und Computertomographie bzw. Magnetspin. All diese bildgebenden Verfahren stehen uns im Krankenhaus Tutzing zur Verfügung. Auch eine Bauchspiegelung kann ein gutes, kaum belastendes Hilfsmittel sein, um ein fortgeschrittenes Tumorstadium mit Tochtergeschwülsten auszuschließen. Handelt es sich um einen größeren Tumor, kann zunächst vor der Operation eine Chemotherapie erfolgen, um den Krebs zu verkleinern und damit eine höhere Heilungsrate zu erzielen.

Interdisziplinäres Bauchzentrum mit Tumorboard

Zur modernen, umfassenden Behandlung bösartiger Erkrankungen gehört heutzutage die interdisziplinäre Zusammenarbeit mehrerer Ärztegruppen in einem Tumorboard. Im Benedictus Krankenhaus Tutzing arbeiten dazu Onkologen, Gastroenterologen, Pathologen, Radiologen und Bauchchirurgen Hand in Hand. Nur so kann zu jedem Zeitpunkt für den einzelnen Patienten eine optimale Krebsbehandlung gewährleistet werden. Vor allem der Einsatz von Chemotherapie und Bestrahlung z.B. noch vor, aber auch nach der Operation muss diskutiert und koordiniert werden. Wichtig ist uns, dass Sie als Patientin oder Patient uns voll vertrauen können. Wir erarbeiten für Sie - gemeinsam mit Ihnen - ein maßgeschneidertes Therapiekonzept von Anfang an. Sollte eine Bestrahlung oder Chemotherapie nötig sein, besprechen wir das ausführlich mit Ihnen. Wir vereinbaren für Sie gerne alle Termine, so dass Sie sich um den organisatorischen Ablauf nicht kümmern müssen. Sollten Sie nach der Operation eine Rehabilitation wünschen, kommt eine Mitarbeiterin des Sozialdienstes auf Sie zu, berät Sie und kümmert sich um alles Notwendige.

Minimalinvasive Magenresektion

Eine minimalinvasive Resektion eines Magenkarzinoms in Schlüssellochtechnik ist in der Regel nicht sinnvoll und wird von uns nur in Ausnahmefällen durchgeführt. Aber es gibt seltene Magentumore, wie z.B. der gastrointestinale Stromatumor (GIST) bei denen zur Heilung eine Entfernung der Lymphknoten nicht notwendig ist. Diese Art von Tumoren werden bei uns in Tutzing routinemäßig in Schlüssellochtechnik entfernt. Hier kommt ihnen unsere ganze Erfahrung als minimalinvasives Zentrum zu Gute.

Verhalten und Ernährung nach der Operation

Nach einer Magen(teil)entfernung werden sie die ersten Tage auf unserer Intensivstation überwacht. Zunächst ist in der Regel nur Trinken erlaubt, der Kostaufbau beginnt sobald als möglich, zunächst mit z.B. Brei und Joghurt. Schon am Abend nach der Operation sollten Sie sich mit Hilfe auf die Bettkante setzen oder vielleicht schon ein oder zwei Schritte im Zimmer gehen. Nach einer Magenoperation bleiben sie meist zwischen 7 und 10 Tage bei uns stationär. Nach einer kompletten oder fast kompletten Magenentfernung müssen die Mahlzeiten zunächst auf viele kleine Portionen verteilt werden. Hierzu erhalten sie auch eine ausführliche Schulung von unserer Diätassistentin. Zusätzlich müssen Sie sich alle 3 – 6 Monate eine Vitamen B12 Spritze geben lassen, um einem Vitaminmangel vorzubeugen.