Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Wie häufig ist der Bauchspeicheldrüsenkrebs ?

In Deutschland erkranken im Jahr etwa 12800 Personen an einem Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom). Das durchschnittliche Erkrankungsalter der Frauen liegt bei 75 Jahren, das der Männer bei 68 Jahren.

Was sind die Risikofaktoren und welche Beschwerden macht ein Pankreaskarzinom?

Die Ursache des Pankreaskarzinoms ist unklar. Als Risikofaktoren gelten die chronische Entzündung (Pankreatitis), Adipositas, Nikotinabusus, Diabetes mellitus, zystische Veränderungen der Bauchspeicheldrüse und chemische Krebsauslöser (Naphthylamin, Benzidin, Nitrosamine). Das Pankreaskarzinom macht unspezifische Symptome wie Gewichtsverlust und neu aufgetretene Oberbauch- oder Rückenschmerzen. Eine schmerzlose Gelbsucht (Ikterus) gilt als Leitsymptom des Pankreaskarzinoms, ist aber kein Frühsymptom und muss unbedingt abgeklärt werden.

Um welche Art von Tumor handelt es sich und welche Untersuchungen sind bei Verdacht auf ein Pankreaskarzinom notwendig?

Das Pankreaskarzinom ist ein aggressiver Tumor, der leider oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird. 70-80% der Patienten haben dann bereits Fernmetastasen oder der Tumor ist lokal so fortgeschritten, dass er in benachbarte Organe oder Gefäße hineinwächst. Deshalb kann nur bei 20-30% der Patienten der Krebs bei Diagnosestellung operativ komplett entfernt werden. Zur Klärung eines Tumorverdachtes sollten neben der Anamnese und der klinischen Untersuchung eine Labordiagnostik mit den Tumormarkern CEA und CA 19-9 sowie bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Endosonographie, Computertomographie und evtl. Magnetresonanztomographie erfolgen. Die Endosonographie (Ultraschall von innen im Rahmen einer Magenspiegelung) und die Computertomographie eignen sich außerdem besonders gut zur Beurteilung der lokalen Tumorausdehnung und damit zur Beurteilung ob das Pankreaskarzinom operativ komplett entfernt werden kann.

Wie wird der Bauchspeicheldrüsenkrebs operiert ?

Zur operativen Therapie des Bauchspeicheldrüsenkrebses gibt es je nach Lokalisation des Karzinoms in der Bauchspeicheldrüse (Kopf, Korpus, Schwanz) unterschiedliche Verfahren: die klassische magenteilresezierende partielle Duodenopankreatektomie nach Kausch/ Whipple, die magenerhaltende partielle Duodenopankreatektomie nach Traverso/ Longmire, die Pankreaslinksresektion mit Milzresektion und die komplette Entfernung der Bauchspeicheldrüse. Diese Operationen gehören zu den größten und aufwendigsten Operationen der Bauchchirurgie, sind aber die einzige Möglichkeit zur Heilung. Der stationäre Aufenthalt dauert bei komplikationslosem Verlauf circa 2 Wochen. Hier im Benedictus Krankenhaus in Tutzing stehen uns sämtliche modernen diagnostischen Möglichkeiten zur Abklärung eines Pankreaskarzinoms zur Verfügung. Unsere langjährige operative Tätigkeit in einem zertifizierten Pankreaszentrum in München ermöglicht es uns, Ihnen hier in Tutzing die gesamte Bandbreite der Pankreaschirurgie auf höchstem technischen Niveau und unter optimalen Bedingungen anbieten zu können. Großen Wert legen wir dabei auch auf die persönliche, individuelle Betreuung in sehr schöner Umgebung.

Was gibt es für Möglichkeiten wenn das Pankreaskarzinom operativ nicht entfernt werden kann?

Sollte sich in den Untersuchungen herausstellen, dass bereits Fernmetastasen vorliegen und/ oder dass das Pankreaskarzinom lokal so fortgeschritten ist, dass es in benachbarte Organe oder Gefäße hineinwächst, kann der Tumor operativ nicht mehr komplett entfernt werden. Besteht dabei zusätzlich eine Gelbsucht aufgrund einer Enge des Gallenabfusssystems und/ oder Übelkeit mit Erbrechen aufgrund einer Enge des Magens oder Zwölffingerdarms gibt es sowohl endoskopische als auch chirurgische Alternativen zur Behandlung der Beschwerden. Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile. Welches Verfahren zur Anwendung kommt ist eine Einzelfallentscheidung und sollte in einem ausführlichen persönlichen Gespräch entschieden werden.