Harnwegsinfektionen

Harnwegsinfekte werden in der Abteilung für Innere Medizin am Benedictus Krankenhaus Tutzing kompetent behandelt.

Krankheitsbild

Verschleppte oder wiederkehrende Blasen- und Harnleiterinfektionen sind der wichtigste Auslöser akuter, meist sehr schmerzhafter Entzündungen von Nierenbecken und -bindegewebe. Werden die Entzündungen allein durch Bakterien verursacht, lassen sie sich meist rasch und unkompliziert mit Antibiotika behandeln. Frauen sind besonders gefährdet, weil bei ihnen die Harnröhre sehr viel kürzer ist, überdies Harnausgang, Scheide und After eng beieinander liegen. Auslöser von Infekten sind sehr häufig unzureichende oder gar falsche Hygiene- bzw. Verhütungsmaßnahmen: Problematisch sind Intimlotionen und -seifen, aber auch chemische Spermizide, da sie die pH-Balance stören und Schleimhautreizungen verursachen können; ebenso mechanische nke-mittel (Pessare, Diaphragmen), da sie Rückzugsräume für Erreger schaffen. Begünstigt werden Infektionen zudem durch Unterkühlung, hormonelle Veränderungen oder Irritationen der Harnröhre. Typische Symptome sind Brennen, Jucken, Harndrang, Schwierigkeiten beim Harnlassen, Schmerzen über dem Schambein, ggf. auch Blut im Urin; bei Nierenbeckenentzündung zudem hohes Fieber, Schüttelfrost, Flanken- und Rückenschmerzen.

Diagnose und Behandlungsmethoden im Benedictus Krankenhaus Tutzing

Harnwegsinfekte lassen sich verlässlich bestimmen durch Urin- und Blutuntersuchungen, ggf. verbunden mit der Anlage von Blut- und Urinkulturen. Zur weiteren Abklärung sollten Ultraschall- und ggf. auch Röntgenuntersuchungen erfolgen, um Hindernisse für den Harnfluss zu identifizieren. Bei Verdacht auf Tumorbildung ist eine Spiegelung (Zystoskopie) von Harnwegen, Blase und Nieren angezeigt. Erste Therapiemaßnahme bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen ist die Gabe von schmerz- und krampflindernden Mitteln sowie von Antibiotika mit Breitbandwirkung wie Trimethoprim oder Sulfphamethoxal, bei Wiederauftreten ggf. von L-Methionin. Bei hartnäckigen bzw. komplizierten Infektionen haben sich Antibiotika mit spezifischerem Wirkungsspektrum wie Ciproflaxin bewährt. Schwangere erhalten in der Regel nicht fruchtschädigende Antibiotika wie Ampicillin oder Amoxicillin. Akute Nierenbeckenentzündungen sollten nach Möglichkeit stationär behandelt werden. Im Mittelpunkt steht die Bekämpfung primärer oder sekundärer bakterieller Infekte. Hierzu ist eine Antibiotikaaufnahme über mindestens 10 Tage erforderlich, ggf. auch intravenös. Zum Einsatz kommen in erster Linie Fluorchinolone oder Breitbandspektrum-Cephalosporine; bei Chlamydien speziell Doxycyclin. Liegt primär eine Pilzinfektion vor, werden Fluconazol oder Amphotericin B verabreicht, bei Virusinfektionen kommt Cidofovir in Betracht. Hindernisse für den Harnfluss werden ggf. operativ, in der Regel minimalinvasiv beseitigt; Harnsteine auch mit Hilfe von Litholyse oder Einsatz von Stoßwellen. Abszesse auf der Nierenoberfläche werden über Drainage-Kanäle entleert oder operativ entfernt, bei stark fortgeschrittener Vereiterung ist ggf. die gesamte Niere zu entnehmen. Um rezidivierenden Harnwegsinfektionen vorzubeugen, empfiehlt sich verstärkte Flüssig-keitsaufnahme (2-3l/Tag) sowie die Umstellung auf salz- und eiweißarme Ernährung, mitreichlich Obst und Gemüse. Bewährt hat sich auch die präventive Einnahme von niedrig dosierten Antibiotika, speziell vor dem Einschlafen oder bei drohender Neuansteckung.