Diabetes mellitus Typ-1/ und Typ 2

Krankheitsbild

Diabetes mellitus tritt auf, wenn der Transfer von Glukose – aus Kohlehydraten durch Verdauung entstanden – über die Blutbahn ins umgebende Zellgewebe nachhaltig gestört ist.  Der sich aufstauende Blutzucker wird dann zusehends weniger zur Energieversorgung der Zellen genutzt, sondern muss mühsam über die Nieren ausgeschieden werden – als meist süßlich riechender Harn.  Wird Diabetes nicht oder nur unzureichend behandelt, drohen wachsende Schädigungen von Blut- und Nervengefäßen sowie Organen.  Ursache ist mangelnde Insulinversorgung. Bei Typ 1 zerstören Autoantigene die Produktion von Insulin in der Bauchspeicheldrüse. Bei Typ 2 reicht die Insulinproduktion nicht zur Bedarfsdeckung. Die Bauchspeicheldrüse ist aufgrund von Fehlsteuerung (z.B. Inkretinmangel) überlastet; zudem sinkt die Insulinwirkung: Der Glukose-Transfer in den Zellen versiegt, der dort einsetzende Glukosemangel forciert über Fettverbrennung die Abgabe von Ketonsäuren ins Blut. Gleichzeitig beginnt die Leber unkontrolliert Glukose auszuschütten. Damit drohen Überzuckerung und Übersäuerung des Blutes – verbunden mit Herz-Kreislaufstörungen, Augen-/Nierenschäden, diabetischem Fuß, bis hin zu Gangräne, Koma und Infarkt. Symptome sind: Übelkeit, Muskelkrämpfe, Seh-/Empfindungsstörungen, häufiger Durst.

Diagnose und Behandlungsmethoden im Benedictus Krankenhaus Tutzing

Indikator ist ein Blutzuckerspiegel von über 126 mg/dl (nüchtern) sowie über 200 mg/dl (nach dem Essen). Ebenso ein durchschnittlicher Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c über 6,0%. Bei Typ1 sind die Patienten bislang auf lebenslange Diät und externe Zuführung von Insulin angewiesen. Bei Fehlverhalten kann es sehr rasch zu dramatischer Über-, aber auch Unterzuckerung kommen. Die Wiederherstellung der Insulinproduktion mittels Stammzellen ist noch im Pilotstadium. Bei Typ 2 ist externes Insulin nur ultima ratio. Im Vordergrund steht die Stabilisierung von Blutzuckerspiegel und Insulinversorgung. Hauptmaßnahmen sind Rauchverbot, verstärkte Bewegung sowie  Abbau von Übergewicht -  was RBP-4 reduziert und die Insulinwirkung verbessert.  Reicht das nicht, können konzertiert Antidiabetica  verabreicht werden – zur Steigerung der Insulinproduktion (z.B. Inkretin-Mimetika), zur Stärkung der Insulinwirkung in den Zellen sowie Glukosehemmung in der  Leber (Metformin); außerdem  zur Verzögerung der Verdauung (z.B. Acarbose).