Anlage von Dialyseshunts

Krankheitsbild

Immer mehr Menschen in Deutschland müssen mit einer Schädigung der Nieren leben. Können die Nieren das Blut nicht mehr aus eigener Kraft reinigen, sind Patienten auf die Blutwäsche (Dialyse) angewiesen. Bei  vorübergehender Funktionsstörung kann diese durch Anlage von geeigneten Kathetern erfolgen. Zeichnet sich die Notwendigkeit einer permanenten Dialyse ab, wird ein künstlicher Gefäßzugang (Shunt oder arterio-venöse Fistel) zwingend erforderlich.

Was ist ein Dialyse-Shunt?
In unserem Körper finden sich viele Blutgefäße (Venen) unter der Haut. Diese sind zwar leicht anzustechen, liefern aber nicht die benötigte Blutmenge für eine Blutwäsche. Um einen genügend hohen Blutfluss herzustellen wird eine künstliche Verbindung zwischen einer Vene und einer Schlagader (Arterie) geschaffen. Dieser Kurzschluss (engl. Shunt) führt zu einem gesteigerten Blutfluss in der Vene. Mit der Zeit vergrößert sich dieses Gefäß und kann schließlich für die Dialyse verwendet werden.

Sollten keine geeigneten Blutgefäße an der Körperoberfläche zu finden sein, so besteht die Möglichkeit ein künstliches Blutgefäß unter die Haut zu implantieren und dieses mit in der Tiefe liegenden, großen Blutgefäßen zu verbinden. Nach Einheilen dieser Shuntprothese kann diese  wie ein eigenes Blutgefäß genutzt werden.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um einen Dialyse-Shunt an zu legen?
Es ist oft sehr schwierig genau vorherzusagen, wann die Dialyse tatsächlich beginnen muss. Allerdings benötigt ein frisch angelegter Dialyseshunt in der Regel eine gewisse Zeit um zu reifen bzw. ein künstlicher Shunt um einzuheilen. Daher sollte die Shuntanlage bereits 3 bis 6 Monate vor dem voraussichtlichen Dialysebeginn durchgeführt werden.

Wann wird ein Dialysekatheter benötigt?
Hin und wieder kommt es bei einem Patienten zu einer sehr raschen Verschlechterung der Nierenfunktion, die einen sofortigen Einsatz der Dialyse erforderlich macht. Dann ist die Zeit nicht ausreichend um einen Dialyse-Shunt anzulegen. In diesem Fall kann vorübergehend ein Dialysekatheter in ein großes Blutgefäß eingelegt werden, um die Dialyse durchführen zu können. Mitunter sprechen Gründe gegen eine Anlage eines Dialyse-Shunts, z.B. bei Patienten mit schlechter Herzleistung. In einem solchen Fall kann ein Dialysekatheter auch dauerhaft implantiert werden.

Wie wir ihnen helfen können
Im Benedictus Krankenhaus Tutzing arbeiten Nephrologen und Shuntchirurgen Hand in Hand zusammen. Von der Voruntersuchung und Beratung über die Shuntoperation bis hin zur Nachsorge können wir ihnen daher in unserem Shuntzentrum alle Leistungen, die ein Dialysezugang erfordert, anbieten.

Unser Leistunsspektrum im Shuntzentrum Tutzing

  • Vorbereitende Untersuchung und eingehende Beratung zum Thema Dialysezugang
  • Anlage von Dialyseshunts mit körpereigenem Material
  • Anlage von Dialyseshunts unter Verwendung künstlicher Blutgefäße
  • Anlage von temporären sowie dauerhaft implantierten Dialysekathetern
  • Kontrolle von Dialyseshunts bei Problemen mittels Ultraschall
  • Operative Korrektureingriffe bei Fehlfunktionen oder Verschluß eines Dialyseshunts
  • Minimalinvasive Korrektureingriffe mittels Kathetertechniken (Ballonerweiterung, Stent) bei Fehlfunktionen von Dialyseshunts
  • Gefäßdarstellung unter Verzicht auf ein die Nieren belastendes herkömmliches Kontrastmittel unter Verwendung von CO2 als Kontrastmittel
  • Dialyse vor Ort durch das Kuratorium für Haemaodialyse Tutzing
  • Nephrologische Betreuung durch Dr. Wolfgang Ludwig

Behandlungsmethoden am Benedictus Krankenhaus Tutzing

Unsere Klinik verfügt über eine Shuntsprechstunde, in welcher Untersuchungen vor und nach Operationen durchgeführt werden, sowie einen 24-stündigen gefäßchirurgischen Bereitschaftsdienst, sodass Notfälle jederzeit behandelt werden können.

Sämtliche Untersuchungen und Eingriffe werden in enger Zusammenarbeit mit den kooperierenden Dialysepraxen, der Anästhesie, der Radiologie und der Medizinischen Klinik unseres Hauses abgestimmt.