Patienteninformation Herzkranzgefäße – Aufdehnung (PTCA) und Stentimplantation

Sehr geehrte Patientin,
sehr geehrter Patient,

bei Ihnen erfolgte eine Aufdehnung (PTCA) und Stentimplantation in ein Herzkranzgefäß. Im Folgenden möchten wir Ihnen einige wichtige Hinweise hierzu mitteilen. 

Punktionsstelle 

Der Kathetereingriff erfolgt in der Regel über die Schlagader am Handgelenk oder das rechte Leistengefäß. Im Bereich der Punktionsstelle kann ein kleiner Bluterguss auftreten, manchmal ist bei einem Eingriff über das Leistengefäß ca. eine Woche nach dem Eingriff eine kleine Verhärtung im Bereich der Punktion spürbar, auch diese entspricht einem Bluterguss. Dieser bedarf in der Regel keiner Therapie. 

Sollten Sie starke Schmerzen im Bereich der Einstichstelle verspüren, eine deutliche Schwellung auftreten oder sich die Einstichstelle entzünden, stellen Sie sich bitte umgehend bei Ihrem Hausarzt vor oder nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Für sieben Tage nach dem Eingriff sollten Sie schwere körperliche Arbeiten meiden (kein Sport, keine Bauchpresse, kein schweres Heben). 

Blutverdünnung 

Da durch den Eingriff eine Verletzung der Gefäßwand erfolgt und ein Stent Fremdmaterial ist, reagiert der Körper in der Regel hierauf durch die Ausbildung von Blutgerinnseln. Um diesen Prozess zu unterdrücken, benötigen Sie für mehrere Monate Hemmer der Blutplättchen, bestehend aus zwei Medikamenten, die das Aneinanderhaften der Blutplättchen unterdrücken. 

Das eine Medikament, Acetylsalicylsäure 100 mg/d, müssen Sie in der Regel lebenslang einnehmen. Das zweite Medikament (Clopidogrel, Ticagrelor oder Prasugrel) wird Ihnen nur für einige Monate verordnet, solange, bis der Stent eingeheilt ist. Wenn aus anderen Gründen die Einnahme eines Gerinnungshemmers notwendig ist, kann ggfs. auf einen der Plättchenhemmer verzichtet werden. Es ist sehr wichtig, dass Sie diese Tabletten regelmäßig einnehmen. Die Dauer der Therapie wird Ihnen durch den Stationsarzt mitgeteilt sowie im Arztbrief und im Stentpass aufgeführt. 

ACHTUNG

Bitte beenden oder unterbrechen Sie die Therapie nicht vor dem empfohlenen Zeitpunkt. Andernfalls kann es zu einem akuten Verschluss des Herzkranzgefäßes und damit zu einem potenziell tödlich endenden Herzinfarkt kommen. Diese Medikamente dürfen nur in Ausnahmefällen (lebensgefährliche Blutung, Notfalloperation) nach Rücksprache mit einem Arzt pausiert werden. Bei akuten Brustschmerzen oder Luftnot muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden. 

Gelegentlich beobachten Patienten unter der Therapie eine verstärkte Neigung, blaue Flecken zu bekommen. In der Regel ist dies nicht mit einem großen Blutverlust verbunden und bedarf keiner besonderen Therapie. Sollten Sie jedoch einen größeren Blutverlust bemerken (z.B. Bluterbrechen, Blut im Stuhl etc.), suchen Sie bitte unverzüglich einen Arzt auf.

Weiterer Verlauf

Innerhalb einer Woche nach Stentimplantation sollten Sie Ihren Hausarzt oder Kardiologen aufsuchen, um die Punktionsstelle, Blutwerte und das EKG zu kontrollieren. 

Rückfragen

Bei Fragen oder Unklarheiten wenden Sie sich jederzeit gerne persönlich oder telefonisch an uns. Sie erreichen uns über unser kardiologisches Sekretariat unter T (08158) 23 154

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit,
Ihr Team der Kardiologie im Benedictus Krankenhaus Tutzing