Seelsorge

"Wache du, Herr, mit denen, die wachen oder weinen
in dieser Nacht.
Hüte deine Kranken, lass deine Müden ruhen,
segne deine Sterbenden, tröste deine Leidenden.
Erbarme dich deiner Betrübten und sei
mit deinen Fröhlichen.“

Eine der meisten gewünschten Dinge ist die Gesundheit. Jeder von uns will gesund bleiben, aber dennoch gehören Krankheiten zum Leben und irgendwann - früher oder später – werden wir mit ihnen konfrontiert. Dann kann ein Krankenhausaufenthalt notwendig werden. Oft erhoffen wir dort nicht nur Heilung, sondern auch Trost und Beistand.

Die Kapelle

Wer von den Kranken in der Lage ist, ist eingeladen, in der im vorigen Jahr neu gestalteten Krankenhauskapelle zu beten, zur Ruhe zu kommen und Kraft zu schöpfen in belasteter Zeit. Die hellen Fenster mit Zitaten aus der Heilige Schrift laden ein, alle Sorgen Gott anzuvertrauen.

Besondere Orte der Ruhe und der Besinnung sind die beiden Seitenräume: links bei der schönen Marienstatue halten die Menschen gern inne und vertrauen Maria ihre Sorgen und Hoffnungen an und bekräftigen dies durch das Anzünden einer Kerze. Auf der rechten Seite ist Gelegenheit, sich in Texte der Heilige Schrift zu vertiefen und in einem Anliegenbuch seine Gedanken auszudrücken. Der Blick auf das Kreuz schenkt Hoffnung und Trost, alles Schwere anzunehmen und zu tragen.

Was bedeutet Krankenhausseelsorge

Wir bieten jedem Kranken und seinen Angehörigen unsere Begleitung und Unterstützung an, gleich welche religiöse Einstellung sie haben. Auch die MitarbeiterInnen in den verschiedenen Berufen brauchen in bestimmten Situationen jemanden, dem sie ihre Sorgen und Fragen anvertrauen können. Für sie möchten wir Ansprechpartner sein.

Im Gegensatz zu den Pflegenden und Ärzten, die oft unter einem enormen Zeitdruck stehen, haben wir, die Seelsorgerinnen, Zeit für die Kranken und können wir offen sein für ihre Sorgen und Ängste, aber auch für ihre Hoffnungen und Gedanken für ihre Zukunft. Oft nimmt der Betroffene die Erkrankung zum Anlass, über sein Leben, seine Beziehungen zu den Menschen und zu Gott erneut und vertieft nachzudenken. Manchmal ist er froh, einfach Dinge auszusprechen über die er sich mit niemanden sonst austauschen kann oder mag. Wenn gewünscht, sind wir bereit zum gemeinsamen Gebet und zur Kommunionfeier, bereiten die Krankensalbung vor und feiern sie mit, laden zu den katholischen und evangelischen Gottesdiensten ein. Eine besondere Aufgabe ist die Betreuung der Schwerkranken und Sterbenden und die Sorge um die Angehörigen. Da müssen oft Ohnmacht, Hilflosigkeit und Sprachlosigkeit ausgehalten werden. Das gemeinsame Schweigen, das gemeinsame Gebet kann allen Hilfe und Stütze sein und das Vertrauen auf Gottes Zusage ICH BIN DA stärken.

Die Sorge um die Kranken ist eine wesentliche Aufgabe der Kirche. Darum gibt es einen ökomenischen Krankenbesuchsdienst. Einige Damen besuchen wöchentlich die Kranken, hören ihnen zu, tragen ihre Gedanken und Sorgen mit. Sie überbringen die Grüße und Wünsche der Gemeinden und zeigen ihnen so, dass sie in den Tagen der Krankheit nicht vergessen sind. Alle vier bis sechs Wochen treffen sich die Mitglieder dieses Dienstes zum Austausch, zum Hören und Lernen voneinander, zum Bibelgespräch o.a. Pfarrer Brummer und Pfarrerin Aldebert besuchen die Kranken ihrer Gemeinde, erfreuen und trösten sie, beten mit ihnen.
Gott hat sich Mose als der ICH BIN DA geoffenbart, für Dich. In den Sätzen aus dem Johannesevangelium zeigt uns Jesus in einfachen Symbolworten aus unserem Alltag, wer er für uns ist, was er für uns bedeutet: Der Weg, die Wahrheit und das Leben, die Tür, die Auferstehung, das Brot des Lebens, der wahre Weinstock, das lebendige Wasser, das Licht der Welt. Alle MitarbeiterInnen möchten den Kranken ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten. Dazu gehören auch die SeelsorgerInnen, die mit ihnen die oft belastete und schwere Zeit tragen, das Vertrauen auf den Beistand Gottes stärken und sich mit freuen, wenn sie gesund und zuversichtlich wieder entlassen werden.